Panoya - 2019 - Länge:5:47min
Panoya entstand in dem Kurs „Bewegtes Bild“ von Tobias Hentze an der Hochschule für Künste. Die Aufgabe lautete: Es werden Lieder ausgelost, auf die wir ein Video drehen sollten. Mein Lied war ein düsteres Lied mit Piano- und Violine-Einsatz. Als ich das erste Mal das Lied gehört habe, hatte ich Bilder von Edward Hoppers Gemälden in meinen Gedanken. Ich konnte mir anhand der Bilder genaue Szenarien vorstellen; in Bremen der 40er Jahre, die Domsheide in einer düsteren Umgebung. Die einzigen grellen Farben sind die Spiegelungen der grünen Neonlichter in den Pfützen. Um meine Ideen zu erforschen, beschloss ich die Bilder von Edward Hopper mit dem Lied zu verbinden. Ich erstellte ein Schwenkvideo, das auf die verschiedenen Instrumente reagiert. In einer Nacht erforschte ich die Domsheide und schrieb mir alles auf was mir unheimlich vorkam. Die Straßen sind in der Innenstand sehr winkelig, daher kam ich auf die Idee, ein Verfolgungswahn-Video zu erstellen. Der Protagonist soll immer das Gefühl haben,dass ihn irgendetwas beobachtet. Bei den Tests mit meiner Videokamera fiel mir aber auf, dass der Protagonist in der dunklen Szenerie untergeht. Deswegen kleidete ich meinen Schauspieler mit einem beigen Mantel als Kontrast für die Nacht. Durch die ersten Prototypen merke ich aber schnell, dass die Atmosphäre nicht so rüberkommt, wie in Edward Hoppers Bildern. Zwar wirkt das Video Retro, aber irgendwie kamen die Wahnvorstellungen nicht richtig rüber und die Mimik des Schauspielers waren auch nicht vielversprechend. Mit diesen Eindrücken entscheid ich mich von dieser Idee zu trennen und den Fokus auf die Wahnvorstellungen zu legen. Die Mimik sollte dabei keine Rolle mehr spielen, sondern die Umgebung und seine Haltung. Manchmal ist es schwer als Nicht-Schauspieler Emotionen rüberzubringen, daher versuche ich dann solche Stellen zu vermeiden. Ich erstellte eine Liste über die Objekte, die mir in der Nacht ins Auge fallen. Mir fiel auf, dass bewegende Lichtquellen in der Nacht von unserem Auge wie Linien aufgenommen werden. Sei es Verkehrslichter, oder wenn man schnell spaziert, Laternenlichter. Meine Idee war es, dass die verschiedenen Lichtquellen, zu dem Rhythmus des Liedes mysteriöse Dinge tun, wie Flackern oder Spiegelungstanz im Wasser. Das einzige Relikt von meinem Prototypen, war der beige Mantel.