Über mich

Recep-Ali Özyilmaz
Derzeit studiere ich Digitale Medien an der Hochschule für Künste in Bremen.
In meinen Werken beschäftige ich mich mit den kulturellen Aspekten des Lebens. Dabei nutze ich die Methode des Vergleichs und der Ordnung von Themen. Warum sind Dinge so, wie sie sind? Warum leben wir an bestimmten Orten? Was beeinflusst unser Verhalten? Warum sind unsere Gedanken trotz des gleichen Wohnorts in einem Land so unterschiedlich? Welchen Einfluss hat unser Hintergrund? Bin ich deutsch? Oder nur zu einem Viertel deutsch? Diese Fragen betreffen eine ganze Generation, sind jedoch in der deutschen Kunstlandschaft nicht ausreichend vertreten. Wenn überhaupt, werden solche Themen oberflächlich behandelt und in einer angepassten Form dargestellt. Durch meinen ausländischen Hintergrund ist es ein fließender Prozess, diese Themen in meine Kunstprojekte einfließen zu lassen. Denn oft fühlt man sich in der Mehrheitsgesellschaft nicht verstanden, was den Wunsch verstärkt, sich durch Projekte auszudrücken. Thematiken, die eine junge Generation in Deutschland beschäftigen, werden in der deutschen Kunstlandschaft nicht ausreichend behandelt. Ich hatte oft das Gefühl, dass die aktuelle Kunstlandschaft nichts mit mir zu tun hat. Obwohl ich das nicht wollte, habe ich mich irgendwie immer außen vor gefühlt. Ich dachte, eventuell stelle ich mir das nur vor und bringe mich selbst in eine Opferrolle. Doch spätestens ab meinem Studium habe ich bemerkt, dass es am Angebot und dem Unverständnis der Kunstlandschaft liegt. Lange zeit vermied ich kulturelle Projekte und ahmte die Kunstszene nach. Bis ich gemerkt habe das meine Projekte dadurch keine Substanz hatten. Mit der Zeit habe ich gelernt das genau dieser Umstand mich ausmacht Daher beschloss ich dann, verschiedene Projekte umzusetzen, um Migrantenthemen in der Kunstwelt abzubilden. Mir ist es wichtig, die Projekte authentisch und ungeschönt zu entwickeln. Meiner Meinung nach werden Migranten in der Kunstlandschaft in einem Idealbild dargestellt: Der Integrierte, der Feminist oder derjenige, der gegen die Politik im Heimatland ist. Alles nur Wunschvorstellungen, die eine authentische Auseinandersetzung mit dem Thema nicht zulassen. Daher sehe ich es als meine Aufgabe, solche Projekte immer wieder zu bearbeiten.
Ich arbeite hauptsächlich mit visuellen Medien wie Fotos und Videos und nutze verschiedene Strategien, um diese sensiblen Themen verschiedenen Zielgruppen in einfacher Sprache zu vermitteln. Viele Kunstprojekte sind meist sehr verschachtelt, so dass nicht Kunstaffine Menschen oft abgeschreckt sind. Daher sind meine Arbeiten oft sehr plakativ. Kunst muss meiner Meinung nach nicht immer kompliziert sein. Wenn ein Werk fast fertig ist, bitte ich Freunde, die nichts mit Kunst zu tun haben, um Kritik. Dies hilft mir, die Arbeiten zu vereinfachen, da es mir wichtig ist, dass meine Werke leicht verständlich sind.
Chaos
Meine Arbeiten entstehen im Chaos. Ich beginne mit einer Fragestellung, zum Beispiel: Wie sah die Domsheide vor 100 Jahren aus? Ich recherchiere und sammle so viel Material, dass ich Wochen damit verbringe, es zu analysieren und zu ordnen. So wie in meinem letzten Werk (AI STEREOTYP), in dem ich erforscht habe, inwiefern künstliche Intelligenzen stereotype Inhalte generieren. Ein weiterer wichtiger Aspekt meiner Arbeiten ist die Präsentation. Viele meiner Arbeiten leben von Kommentaren, um sie lebendig zu machen. Ich liebe es, Menschen meine Arbeiten vollständig alleine zu überlassen, damit sie sie interpretieren können. Dadurch lernt man manchmal ganz andere Aspekte seiner Arbeit kennen. Während des Prozesses befindet man sich oft gedanklich in einem Tunnelblick. Durch die Interpretation von Außenstehenden lernt man ganz andere Aspekte seiner Arbeit kennen. Meine Arbeiten entfalten ihre ganze Energie erst, wenn ich sie live vor den Besuchern präsentiere und ein Austausch stattfindet.
Derzeit versuche ich, eine weitere Ebene in meiner künstlerischen Laufbahn zu erreichen. Ich möchte die technische Ebene einbeziehen, um Projekte zu realisieren. Mein nächster Schritt ist es, Roboter zu programmieren.